Untiteled

ich wandle durch den Garten und köpfe Salate
handle nicht durch Warten und schöpfe autarkes Wissen aus dem Brunnen der Existenz
und begebe mich im Nachhinein auf eine Konferenz
mit meim Hirn mit meim Bauch und mit meinen Händen und mit
meinen beiden Füssen auch
danach tauch ich durch Gewässer durch die ich mich traue
während ich in meinen Gedanken meine Zukunft erbaue
aber ich taumle und baumle bei diesem Drahtseilakt
wär am liebsten in 99 Decken gepackt doch ist es offensichtlich 
mein Selbst ist nackt
kein Schirmchen wird mir helfen es dient nur zur Dekoration
keiner wird den Rettungsring werfen
niemand wird mich verschohn
denn jeder ist allein und auf sich selbst gestellt
auf zitternden Beinen und wird als nächster Baum gefällt


bist du nicht ich und bin ich nicht du?
mit einer Mütze auf dem Fuss und auf dem Kopf einen Schuh
siehst du dich an
fragst dich was wer wohl kann
doch dann fängst du an
in einen Strudel zu gelangen
der dich verschlingt
dir Gute Nacht Lieder singt
und dir erzählt dass alles auf dieser einen unverkennbaren Frequenz schwingt
doch dann öffnest du deine Augen, befindest dich in einem Käfig voller Tauben
schliesst sie vor Schreck wieder, aber dahinter befinden sich
unendlich viele Rentner vor ihren Gartenlauben
du bemerkst deine Vorstellung kennt keine Grenzen
denkst «hätt ich doch eher angefangen die Schule zu schwänzen»
denn zwischen all diesen Tänzen zwischen dir und dir selbst
gibt es nichts an dem du dich festhältst 
sei es ein Walzer, ein Tango, ein Rumba
begleitet dich durch diesen Ballsaal ein flüsterndes Wunder
welches dich fragt:»Wozu all dieser Plunder?»
das dich erkennen lässt, dass du nichts davon hältst dich
festzuhalten
lieber würdest du dich entfalten in sich gestaltende Gestalten
die sich vor keinem Licht der Welt enthalten
und nicht mal im dunklen Winter erkalten
denn sie brennen im ewigen Feuer
bekennen nichts ist ihnen zu teuer
sie rennen vor nichts fort denn sie sind hier und das Problem ist dort
erkennen, dass es nichts kostbareres gibt als das Jetzt
und wenn du jetzt schon gehetzt
an morgen denkst verschenkst du deine Gedanken und hast die Gegenwart unterschätzt